Ein bisschen Geschichte...

Motoball stammt ursprünglich aus Frankreich. 
Bereits 1923 fand in Dresden-Seidnitz ein Turnier mit verschiedenen Mannschaften statt.
Finanzielle Probleme der damaligen Zeit, die geringe Popularität und später dann
die Wirren des zweiten Weltkrieges dürften wohl die Ursachen gewesen sein,
dass es keine weitere Entwicklung dieser Sportart in Deutschland gab.
Sie verschwand einfach aus dem Gedächtnis.
Erst 1950 wurde sie dann von einigen Motorsportclubs, vornehmlich im Kölner Raum,
wieder zum Leben erweckt. Schnell bildeten sich weitere Vereine,
die den Motoball in ihr Programm aufnahmen. Ein geordneter Beginn fand jedoch erst
im Jahre 1967 in Dresden statt, als der MC Betonwerke Dresden eine Bestenermittlung ins Leben rief. Heute gibt es in Deutschland 16 aktive Motoballmannschaften, die in einer Motoball-Liga-Süd und Nord
die laufende Spielsaison getrennt bestreiten, um dann in einer Play-Off-Runde
der jeweils ersten vier jeder Tabelle , den Deutschen Meister zu ermitteln.
Im Norden spielten zu jener Zeit MSV Dresden, MSC Pattensen, 1.MBC 70/90 Halle, 1.MSC Seelze,
SVB Leverkusen, MSF Tornado Kierspe, MBC Kierspe und MBC Jarmen .
Im Süden trafen der Comet Durmersheim, Hurrican Reichenbach, MSC Malsch, 1.MSC Mörsch,
Taifun Mörsch, MSC Philippsburg, Puma Kuppenheim und MSC Ubstadt-Weiher
in den Ligaspielen aufeinander.
 
In Europa wird Motoball außer in Deutschland noch in Frankreich, Niederlande, Rußland, Litauen,
Ukraine und Weißrußland gespielt, die mit ihren Mannschaften jährlich den Europameister
im internationalen Vergleich ausspielen .
In früheren Jahren wurde auch in Belgien, Spanien, Großbritannien, Italien und Bulgarien Motoball gespielt.
 
Neben den Neugründungen und Auflösungen von Vereinen, so spielten früher im süddeutschen Raum
noch Mannschaften wie Spöck, Kronau, Untergrombach, Bruchsal, Gaggenau-Oberweiher und Sandhausen, hat sich neben der Spielanlage und der Spielplätze natürlich auch das technische Material
im Laufe der Zeit geändert. Saß man in den Anfangsjahren noch auf so historischen Maschinen
wie NSU-MAX, NSU-OSL, ZÜNDAPP, später dann MAICO, wird heute neben ROTAX
von den meisten deutschen Mannschaften die 250ccm und 50PS starke GASGAS Pampera
aus Spanien bevorzugt.
Vom klassischen Acker über die Wiese und vorgewalzte Plätze
geht die Entwicklung eindeutig zum festen Stadion mit einem Spielfeld ,
das etwa mit einer normalen Verkehrsstraße im materiellen Aufbau vergleichbar ist,
und zum Spiel mit einer dünnen Sandschicht versehen wird.
 
Dem Torhüter wurde im Laufe der Zeit sein Motorrad (ein besseres Mofa),
das immerhin die Begrüßungs- und Schlußrunde selbständig mitfahren musste, weggenommen,
da das Spiel immer schneller wurde und sein motorisierter Sitz zwischen den Torpfosten
für seine Aufgabe, Tore zu verhindern, ein unnötiges Hindernis darstellte.
 
Die Spielanlage schließlich wechselte vom sogenannten „Kick and Rush“,
dann Ball vorlegen und Schuß, immer mehr zum schnellen Kombinationsspiel.
 
Die heutige Spielanlage der Spitzenmannschaften mit ihrem schnellen Wechsel der Spielweise
um mit kraftvollen Distanzschüssen, lückenreißendem Kombinationsspiel oder
technisch versierten Kabinettstückchen, zum Torerfolg zu kommen, lässt bereits Zuschauer,
die das erste Mal einem Motoballspiel beiwohnen, anerkennend mit dem Kopf nicken.